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Breites Spektrum schöner Melodien

Von Rossini bis Rolling Stones reichte das Repertoire beim Jahreskonzert des Vereins in der Aula des Gymnasiums – hier der Chor um Leiter Julian Heyder. Foto: rp

Miesbach – Der Miesbacher Chor- und Orchesterverein hatte am Samstag zu seinem herbstlichen Jahreskonzert in die Aula des Gymnasiums geladen. Dabei knüpften Chor und Orchester des Vereins den etwa 80 Besuchern eine bunte Kette aus schönen Melodien und schwungvollen Rhythmen. Zeitlich gesehen umspannte die Kette einige Jahrhunderte, vom Barock bis zur Moderne, und bereiste musikalisch zahlreiche Genres und Stile, von Vivaldi bis zu Leonard Cohen, von Puccini bis zu den Rolling Stones.

Sventha Danneberg, Leiterin des 15-köpfigen Orchesters, empfahl, sich bei Antonio Vivaldis „Concerto Grosso“ einen Kandelaber mit hundert Kerzen vorzustellen, um der festlichen Musik auch optisch – zumindest in Gedanken – einen würdigen Rahmen zu geben. Im Juli 2020 feiert der rührige Musikverein im Waitzinger Keller sein 175-jähriges Bestehen. Dazu bemerkte Chormitglied Lena Pütz, die sympathisch durchs Programm führte, gerne Lieder aufs Programm gesetzt zu haben, die damals schon die Gründer sangen: So erklang mit „Der Mond ist aufgegangen“, „Am Brunnen vor dem Tore“ und „Erlaube mir, fein’s Mädchen“ Liedgut aus längst vergangenen Zeiten. In der Abteilung englisches Liedgut, in der die Traditionals „Early One Morning“ und „Auld Lang Syne“ überzeugend dargeboten wurden, warnte Pütz vor: „Seien Sie bitte gnädig.“ Es musste nämlich in altem Schottisch gesungen werden. Die 21 Sängerinnen und Sänger meisterten die Passage bravourös. Es waren keine Schotten im Publikum und: Keiner hätte was gemerkt.

Den bunten Reigen komplettierten das berühmte „Va pensiero“, der Gefangenenchor aus Verdis Oper „Nabucco“ – von Domagoj Molnar am Klavier begleitet – sowie eine gelungene Interpretation des Rolling-Stones-Songs „As Tears Go By“, der Musical-Klassiker „Memory“ aus „Cats“ und die Beatles-Songs „Yesterday“ und „Yellow Submarine“. Leiter Julian Heyder führte den Chor engagiert und mit sicherer Hand.

Dass es über ein breites Repertoire verfügt, zeigte auch das Orchester. Manchmal erfreute die Leiterin mit interessanten Infos zu den Stücken: Zu Gioachino Rossinis Oper „Der Barbier von Sevilla“, aus der sie ausgewählte Stücke dirigierte, wusste sie: „Er hat die Oper im Alter von 24 Jahren in dreizehn Tagen im Morgenmantel geschrieben, ohne sich einmal zu rasieren.“ Für Astor Piazzollas „Libertango“ mit seinen Jazz-Elementen wäre eigentlich ein Schlagzeug nötig gewesen. Ein junges Orchestermitglied ersetzte es einfach durch ein Cajon und trug so zu einer gelungenen Interpretation bei. Der Musical-Klassiker „There’s No Business Like Show Business“ aus „Annie Get Your Gun“ sowie das unverwüstliche „New York, New York“ legten die Spur in die USA genauso wie ein Potpourri aus Songs der Beach Boys.

Es lag auf der Hand, dass zum Abschluss des abwechslungsreichen Konzerts Chor und Orchester zusammen ein Stück darboten. Es war „Amber Waves“ von Audrey Snyder, eine Liebeserklärung an die Landschaft des Mittleren Westens der USA, interpretiert mit einer nun beachtlichen Klangfülle aus gesungenen und gespielten Tönen. REINHOLD SCHMID



Quellenangabe: Miesbacher Merkur vom 25.11.2019, Seite 35

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